Samstag, 18. Juli 2009

6.-11.Juli Wakatora Platzwunde Tokio Dome City

Etwas verspätet ein neuer Eintrag

Am Sonntag dem 5.Juli habe ich die Nacht durch gearbeitet, um alle meine Hausaufgaben fertig zu bekommen. Am Montag habe ich mich dann den ganzen Tag irgendwie durchgehangelt um zum Basketball Training gehen zu können. John aus meinem Japanisch Kurs wollte diesmal mitkommen, daher wollte ich um so mehr zum Training.
Habe den ganzen Tag über gegessgen und getrunken, um meinen vom Schlaf geschwächten Körper zu stärken. Das lief alles auch ziemlich gut. Ich bin dann ziemlich fit zum Training von Wakatora gegangen. John wurde gut von den Japanern aufgenommen. Alle waren beeindruckt von seinen Muskeln (er macht sonst eigentlich Boxen) und fragten mich ständig, was für einen Kumpel ich da angeschleppt hatte.
Vorher wurde noch im Conbini was eingekauft und da habe ich gesehen was in den nächsten drei Monaten alles in den drei Animes BLEACH, ONE PIECE und NARUTO alles passieren. verdammt sind die Mangas hier schon weit in der Geschichte vorangeschritten. -.-
Dann ging es nach Shinkiba zur altbekannten Turnhalle.
Nach einer halben Stunde Erwärmung fingen wir dann mit spielen an, ich erklärte John dabei immer die Übungen. Bei meinem ersten Spiel passierte es dann jedoch. Ich wurde beim Gerangel unterm Korb verletzt!!! Mal wieder!!
Diesmal war es doch ernster. Ich bekam einen Ellbogen mit voller Wucht, als sich ein Spieler gerade schnell umdrehen wollte ins Gesicht. Es traf mich etwas unterhalb des rechten Auges, dort wo die Augenhöhle in den Wangenknochen übergeht. Die Wunde platzte auf. Die Haut hing runter. Die Lederhaut unter der Epidermis war zu sehen. Perfekte Bedingungen für eine Narbe!!! Aber im Gesicht? Nicht mit mir.
Danach musste ich natürlich das Spielfeld verlassen und eine erste Behandlung mit Desinfektionsmittel, Pflastern, Mulbinden etc. machen. Yuu, Edo, Katsuma und einige andere halfen mir. Sie suchten mir ein Krankenhaus in der Nähe meines Wohnheims raus und Edo kam sogar mit. Edo hat eine Menge seiner Freunde angerufen und sie um Hilfe gebeten. Ich bin ihm und seinen Freunden, genauso aber auch Yu und Katzuma eine Menge schuldig. Ich bin dann mit Edo gegen 20.30 Uhr los. Ich habe dann noch an der Bahnstation Geld abgehoben, denn man muss im Krankenhaus immer zahlen.Da ich nur eine Krankenkasse in Deutschland habe, muss ich alles im Vorrausbezahlen und bekomme das Geld dann später von meiner Krankenkasse zurück (so zumindest die Theorie).
Doch auf dem Weg zum Krankenhaus hatte ich eigentlich die schwerste Aufgabe: Wie erkläre ich meiner Freundin dass ich ins Krankenhaus fahre um eine Wunde nähen zulassen und dass sie sich nicht sorgen muss. Es ist unmöglich. Es ist einfach unmöglich. Sie hat mich auf dem Weg nachdem ich ihr geschrieben habe sofort angerufen. Und dann habe ich ihr alles erklärt, aber geholfen hat es eigentlich nicht. Wenn man sich eine Verletzung holt, dann ist die Geliebte viel schwerer davon betroffen, denn sie weiß nicht wie ernst es ist und macht sich deswegen unentweg Sorgen. Naja im Krankenhaus hat sich dann Edo um alles Japanische gekümmert, da es hier nicht um Medizin abholen oder eine RoutineBehandlung handelte. Er hatte zum Glück das alles in Japan selbst schon gehabt, daher wusste er schon was alles gesagt werden würde. Ich habe so gut wie nichts verstehen können. Es fehlte mir einfach das Vokabular dafür. Der Arzt hat dann mir eine Betäubung gegeben und die Wunde genäht. In der Not OP war auch eine hübsche Krankenschwester, die mir selbst in dieser Notsituation schöne Augen machte. Nachdem die Operation vorbei war, hat sie mir dann noch erzählt, dass sie mein Gesicht sehr schön findet und hat sich besonders gut um mich gekümmert. Auch wenn ich nach der Operation genau solche Worte von einer schönen Frau gerne hörte, wollte ich sie doch eher von meiner Freundin hören und nicht von jemand anders. Gefreut habe ich mich dennoch darüber.
Ich bekam dann noch Medizin. Drei Rote Pillen um eine Infektion (oder eine Abwehrreaktion des Körpers gegen die Fäden) zu verhindert und drei Blaue Pillen um die Nebenwirkungen der Roten Pillen (Bauchschmerzen und Verdauungsprobleme) zu verhindern. -.-
Der ganze Spass hat mich dann 28500 Yen gekostet.
Als wir aus dem Krankenhaus raus waren, rief ich dann Candy an um sie zu beruhigen, was unmöglich war. Wer kann schon ruhig bleiben, wenn der/die Geliebte plötzlich ins Krankenhaus muss.
Danach sind wir dann mit dem Taxi zurückgefahren, da die Busse gegen 23.00 Uhr nicht mehr fuhren. Ich spendierte Edo dann noch ein Abendessen beim Obento Shop bei uns um die Ecke. Das Essen ist ziemlich gut und ziemlich viel.

Am Abend musste ich dann noch den Verband wechseln. Ich hatte keine Mulbinde, noch Tape um den Verband zu stabilisieren. Und an Desinfektionsmittel dürft ihr noch nicht einmal denken. Ich habe mit einem Taschentuch (einlagig, verdammt rau) und zwei Pflastern sowas wie einen Verband angelegt.

Am Dienstag hat mich dann Candy von meiner Station abgeholt, um mit mir zusammen ins Krankenhaus zu fahren. Sie wollte sich unbedingt selbst ein Bild von der Verletzung machen. Und ab dann sah ich wer wirklich unter der Verletzung litt. Ich war es nicht. Wir sind dann zur Sophiauniversität, um beim Sanitätsraum mal nachzufragen, wo das nächste Krankenhaus ist. In Sendagaya (zwei Stationen mit der Chuosobu line von Yotsuya entfernt) gibt es ein großes Krankenhaus nur 5 Minuten von der Station entfernt. Nachdem ich noch mal den Unterricht gestört habe um mich für meine Abwesenheit zu entschuldigen, sind Candy und ich dann losgegangen. Auf dem Weg sind wir an einem kleinen Park vorbei, wo wir ein paar Eidechsen gesehen haben. Ich war begeistert, Candy eher nicht so. ^^

Im Krankenhaus musste ich dann ein kleines Formular abgeben und warten bis mein Name falsch ausgesprochen wurde. Der Arzt war nicht gerade an meiner Verletzung interessiert, denn er riss den Verband ohne jede Vorsicht ab und erzählte der Krankenschwester, dass er überhaupt kein Deutsch kann und sich fragt wie er mit mir reden soll. -.-
danach haben wir wieder ein wenig Medizin bekommen und ich musste nochmal 10.000 yen bezahlen.
Seit diesem Tag musste ich mir von Candy dann ständig anhören, dass ich gefälligst nicht mehr bei Wakatora Basketball spielen soll. Und ich musste sie die ganze Zeit trösten. Als sie erfuhr, dass ich kein Verbandszeug besitze hat sie beschlossen mir am nächsten Tag welches mitzubringen und persönlich den Verband zu wechseln (ihr Vater ist Arzt, daher weiß sie wie man es richtig macht).

Am Mittwoch hat Candy meinen Verband gewechselt. Der Gesichtsausdruck, den sie hatte, als sie den Verband wechselte war unbeschreiblich. Ich will mich nun wirklich nicht nochmal verletzen.

So sah meine Wunde dann am Abend aus.


Am Donnerstag hat sie mich dann auch nochmal zuhause besucht und mich Gesund gepflegt. ^^

Am Freitag sind wir dann nochmal ins Krankenhaus. Der Arzt sagte uns dass in der folgenden Woche die Verbände abgenommen werden konnten. Yeah.
Am Nachmittag sind wir dann nach Tokio Dome City gefahren. Date!!!!
Um unser einmonatiges Zusammensein zu zelebrieren.
Wir begannen mit Crepes im typisch Japanischen Stil. Und den ersten Fotos.










Wir sind Karussel gefahren, haben später dann Amerikanische Hamburger gegessen, Eis geschlemmt. Als ich den Müll wegbringen musste, habe ich bei den Mülltonnen eine Kakerlake gesehen. Whuäääh Ich hasse die Viecher und Candy hatte eine Freude daran mir zu erzählen, dass die Viecher im Regen sogar fliegen. Whüäääääh wie die Viecher hasse.
Nichts desto trotz, haben wir eine Menge Spass gehabt. Ich bin dann mit ihr in die Wasserbahn gegangen, wo sie beinahe gestorben wäre. Ist für sie wie Alien, Jurassic Park oder sonst ein Actionfilm, sie mag es nicht oder besser sie sieht keinen Sinn darin.
Wir sind zum Abschluss dann ins Riesenrad um unser romantisches Rendevouz krönend abzuschließen. ^^

Ich kümmer mich darum dass die Einträge wieder regelmäßig kommen. Ich hatte nun aber ein wenig zu tun, da die Abschlussprüfungen waren. jetzt habe ich Ferien. nun habe ich auch wirklich Zeit und Lust euch zu berichten, was ich so erlebe.

Sonntag, 5. Juli 2009

Ende Juni - 5.Juli Liebe, Tanz und Kabuki

In der vorletzten Woche war eine Menge los.
Im Unterricht haben wir lustige Rollenspiele aufgeführt, neue Grammatik gelernt und eine Menge Japanisch gehört. Am Montag haben wir noch etwas sehr lustiges gemacht ... aber ich habe leider vergessen was. Der Unterricht war wie immer ein Genuß.

Dienstag habe ich mein Deutschtutorium angefangen mit drei Studentinnen. Es war nicht einfach, da wir nicht so recht wussten worüber wir sprechen wollten. Wir stellten uns vor und übten dann, wie man in einem Kaufhaus einkaufen geht.

Am Freitag hatte ich mein zweites Tutorium mit Leve Demuth zusammen. Diesmal waren es 17 Studenten/Innen ...
Hier war es gleich ungleich schwieriger mit den Leuten zu üben ...
Es bestand aus einer Vorstellung und einem Gespräch in vierer Gruppen auf Deutsch.
Am Donnerstag und am Freitag hatte Emi einen Auftritt mit ihrem Tanzzirkel.
Hier sind zwei der Vier Tänze die sie aufgeführt haben:
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Ich finde die Tänze sehr gut. ^^


Nun am Wochenende habe ich mir dann ein Kabuki Theaterstück angesehen.
Begonnen hat es erstmal mit einem Treffen in Nagachoeki, nächste Statiom nach Yotsuya mit der Nambokusen.
Dort traf ich dann Saki, Amy, Marino, Natsumi, Nami, Yuria, Kana etc. wieder. Ich war in den letzten Wochen nicht gerade häufig beim GLNet Lunchtime daher war es doch ein nettes wiedersehen. Und auch Sok traf ich wieder. Ich lernte dabei auch Benoit (Frankreich) und einen Spanischen Professor kennen.
War auf jedenfall sehr spannend.


Wir sind dann an dem Nationalen Gerichtshof vorbeigelaufen.
Und dahinter war dann das Kabuki Theater.


Zuerst begann es erstmal mit einem Warten im Foyer, wo ich mich lange und ausgiebig mit Benoit, Natsumi und Marino unterhielt.


Marino, Ich, Benoit und Natsumi

Marino und Benoit


Danach kamen wir fast zu spät zur Vorstellung.
Es begann erstmal mit einem Redner, der die Grundlagen des Kabuki erklärte. Wie wird es gemacht, welche Leute machen welche Arbeit. Und dann erklärte er wer der eigentliche Star des Abends war.



Die zwei Mädchen mussten als freiwillige dienen, weil sie zu spät kamen.


Und wurden dann auch noch von Soldaten angegriffen




Aber sie hatten einen Leibwächter der sie gut verteidigte


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Dann endlich kam die eigentliche Aufführung, aber davon durften wir keine Fotos machen. -.-
Die Geschichte: der Hauptheld erfährt, dass jemand seinen Vater umgebracht hat. Er entschließt sich Rache zu üben und entwendet einem fahrenden Händler das Pferd um seinenRachefeldzug zu starten. Ende der ersten Hälfte.
Dabei wurde das Gesagte soo lang gezogen und verschnörkelt fast surrend gesungen, dass man so gut wie nichts verstand, die Tafeln an den Seiten, die den Text zeigten,halfen nicht viel, da es Altjapanisch war, dass selbst Japaner kaum noch verstehen. Doch es hörte sich schön an und sah auch gut, traditionell und japanisch aus. ^^

In der Pause haben wir uns dann hinter die Kulissen geschmuckelt und den Hauptakteur Ichikawa Omezou überfallen. Er hatte gerade genüßlich ein Baseballspiel verfolgt.





Nach kurzem Small Talk gingen wir zurück um den Rest der Vorstellung zu sehen. Dort war mittlerweile die zweite Hälfte des Stücks im vollem Gange. Eine Geisha tanzte und klagte um ihren Liebsten, den sie für immer verloren zu haben schien.
Beim Kabuki dürfen nur Männer auftreten, daher war es beeindruckend, wie lebensecht der Schauspieler eine Frau spielen konnte.

Dann als wir dachten jetzt beginnt endlich die Story, war alles schon wieder vorbei. An dem Tag wurde nur die Einführung zu einer sehr langen Geschichte gespielt. Aber für die nächsten vier Jahre wird das gesamte Stück nicht mehr gespielt. Ich werde also niemals erfahren ob die Racher glücken oder die Geisha aus ihrem Kummer löst wird -.-

Nach dem Kabuki haben wir noch ein Interview mit dem Hauptdarsteller führen können, doch meines Erachtens war es solala, man hätte die Zeit auch besser nutzen können. Wie Sok und Bennoit zum Beispiel, die in der Zeit ihre nächsten Partys organisiert haben. ._.



Nach dem Kabuki ging es noch in ein Thai Restaurant, das sehr gut schmeckte und wo wir viel gequatscht haben. Mir gefällt das Thailändische Essen. Es hat einen starken geschmackt und kann mitunter sehr scharf sein.
Später sind wir noch in den Park gegangen und haben uns Gruselgeschichten erzählt. ^^

So ungefähr mein Wochenabluaf vorletzte Woche.

Was in der letzten Woche passierte beschreibe ich später. Ich schreibe deswegen so spät, weil ich mir am Montag einen Platzwunde während des Basketballs geholt hatte, die genäht werden musste. Meine Motivation war daher gleich null. Wenn ihr ein Bild sehen wollt, von der genähten Wunde schreibt es ins Kommentar. Heute (Montag) hat man die Fäden wieder gezogen. Ich weiß noch nicht ob es eine Narbe werden wird.
Ich war am Freitag mit Candy zusammen in Tokyo Dome City wo wir einige schöne Erlebnisse hatten und am Sonnabend war Ikutos Konzert. mehr darüber im Laufe dieser Woche. Lars hat noch mein Fotokabel, weswegen ich die Bilder nicht hochladen kann. Wartet also bitte.
Liebe Grüße von einem Schwerverletzten und seiner schönen Krankenschwester ^^